You are currently viewing Spielerisches Microlearning: Wie Gamification kleine Häppchen schmackhafter machen kann

Spielerisches Microlearning: Wie Gamification kleine Häppchen schmackhafter machen kann

Wer sich schon einmal mit gesunder Ernährung und insbesondere mit Darmgesundheit beschäftigt hat, kennt die Vorteile von kleinen Portionen über den Tag verteilt. Auch beim Lernen können kleine Häppchen wie die spanischen Tapas das Wissen verdaulicher und abwechslungsreicher machen. In dem CyberLAGO Interview am Anfang vom Jahr zum Thema „Im neuen Lernen ist eine andere Denkweise nötig“ nannte ich das sogenannte Microlearning beim kurzen Blick in die Zukunft als naheliegende Konsequenz für das selbst bestimmte und informelle Lernen. Spielerisches Microlearning macht das Lernen noch intensiver und damit effektiver.


Was zeichnet Microlearning aus?

Die Welt ist digital und vor allem immer schnelllebiger. Umso wichtiger ist es, eine dazu passende Lernform zu haben, in der eine konzentrierte Aufmerksamkeit im Alltag, aber auch selbst bestimmtes sowie informelles und selbstbestimmtes Lernen möglich ist. Damit das (Neu-)Gelernte besser im Gedächtnis bleibt und verdaulicher wird, benötigt es kleine Lerneinheiten, die möglichst Zeit- und ortsunabhängig bearbeitet werden können. Die Zeit für eine Lerneinheit kann dabei von wenigen Sekunden bis hin zu 15 min betragen und sollte dabei 30 min keinesfalls überschreiten. Hierzu zählen beispielsweise kurze Videosequenzen oder übersichtliche Infografiken.

In kleinen Etappen mit kontinuierlichem Feedback zum Lernfortschritt werden schrittweise konkrete Lernziele erreicht, die wiederum auf ein übergeordnetes Ziel ausgerichtet sein können. Die Inhalte werden durch das regelmäßige Lernen in diesen kurzen Lerneinheiten und zielgerichteten Wiederholungen auf Basis des direkten Feedbacks schneller und besser verinnerlicht. Dadurch wird der Transfer in die Praxis nachhaltig gestärkt.

Zusammenfassung
Ein guter Microlearning Inhalt (Lerneinheit) zeichnet sich durch folgende Eigenschaften aus:
– Lerneinheit ist durch einen reduzierten Inhalt und grafischer Aufbereitung oder erlebbare Elemente leicht zu verinnerlichen.
– Lerneinheit ist so kurz wie möglich gehalten. So kurz, dass diese in einer Pause oder während einer kurzen Zugfahrt ohne Unterbrechung abgeschlossen werden kann.
– Lerneinheit ist als Basis für das selbstbestimmte Lernen Zeit- und ortsunabhängig verfügbar.
– Lerneinheit ist handlungsorientiert für einfache Inhalte konzeptioniert und beinhaltet immer eine sofortige Kontrolle des Lernerfolgs (kurze Feedbackschleifen).

Welcher Lerntyp profitiert von Microlearning?

Diese Form des Lernens ist für den Lerntyp geeignet, der wiederholend, pragmatisch, aktiv, reflektierend und kooperativ am besten Lernen kann. Darunter fällt auch das handlungsorientierte Lernen (Action Learning), bei dem es wichtig ist sich durch Erfahrung und eigenes Ausprobieren Wissen anzueignen. Da Abwechslung sehr wichtig ist, kann durch interaktive und spielerischen Elemente sowie durch gezielten Medienbrüche das Microlearning in seiner Anwendung optimiert werden.

Daher ist Gamification die ideale Unterstützung für die spielerische Umsetzung von kurzen Lerneinheiten. Dies kann beispielsweise durch das Beantworten von Fragen in einem Quiz am Ende, durch Micro Spiele zur Motivation oder durch Sortieren von Wissenskarten für das tiefere Verständnis erfolgen. Zusätzlich kann dies mit weiteren Anreizen durch Belohnungen (materiell oder immateriell) sowie Bewertungen der Leistung u.a. durch das Messen mit anderen angereichert werden. Solange die richtigen spielerischen Elemente und Mechaniken für den Inhalt und Lerntyp ausgewählt werden, macht das Lernen auch automatisch (mehr) Spaß.


Kooperatives und spielerisches Microlearning mit Hilfe von agilen Spielen

Meine Umsetzung von einem kooperativen Microlearning sind ausgewählte agile Spiele aus meinem Methodenkoffer, die sich immer nur auf ein Alltagsproblem konzentrieren und von der Zeitdauer kurz sind. Ein agiles Spiel zeichnet sich dadurch aus, dass es das handlungsorientierte Lernen unterstützt und immer eine rundenbasierende Reflexion des Gelernten als Feedbackschleife erfolgt. Es ist möglich mit agilen Spielen gezielte Lernreisen mit kleinen Impulsen zu kreieren, bei dem das vorher gelernte im nächsten Spiel entweder nochmals erfahrbar gemacht werden kann oder als Impuls für das nächste Spiel dient.

Neugierig auf spielerisches Microlearning geworden? Schreibe mich einfach an oder besuche eine Veranstaltung wie der agile Stammtisch Lindau oder meine Agile Game Night Bodensee. Wenn du mehr über Gamification erfahren willst, empfehle ich dir meinen Kurs 2 – Gamification & Design Thinking oder meine Worksbooks (ebenfalls eine mögliche Umsetzung von Microlearning).

Schreibe einen Kommentar