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Was hat Schiffe versenken mit Feedback zu tun?

Heute war ich zu Gast als Facilitator beim Remote Meetup „Agile Games V – Spielerisch Agil lernen“. In zwei Spielrunden Schiffe versenken konnte ich den Teilnehmenden aufzeigen, welchen Einfluss Feedback auf die Qualität der Ergebnisse hat.

Schiffe versenken goes Agile

Die Simulation wird auf Basis des Spieleklassikers Schiffe versenken gespielt, allerdings mit einer für den agilen Kontext angepassten Version. Das Agile Battleship Game von BoxUK wurde entwickelt, um die Gründe und Vorteile iterativer Entwicklungsprozesse aufzuzeigen. Es ist adaptiert von Agile Battleships von James Scrimshire unter der Creative Commons Attribution 4.0 International Licence.

Ziel und Ablauf des Spiels

Ziel des Spiels ist es, möglichst viele Schiffe zu versenken. Dabei stehen für 30 Schüsse 5 Minuten Zeit zur Verfügung. Allerdings werden zwei Runden hintereinander mit unterschiedlichen Regeln gespielt:

  • Runde 1: Erst am Ende, wenn entweder die Zeit abgelaufen oder kein Schuss mehr übrig ist, wird ersichtlich wie viele Schiffe versenkt wurden.
  • Runde 2: In dieser Runde wird nach jedem Schuss ersichtlich, ob es ein Treffer war oder nicht.

Im Remote Setting bekommt die Rolle des Produktverantwortlichen die Aufgabe das Spielfeld für jeden sichtbar zu teilen und die Koordinaten in Form von einer Zahlen/Buchstaben Kombination entgegenzunehmen und den Schuss auszuführen. Dabei bleibt es dem Team überlassen, wie Sie sich organisieren. Zusätzlich lasse ich vor jeder Runde das Team die Anzahl Treffer schätzen und lade auch am Ende einer Runde zu einer kurzen Retrospektive ein.

Link zur Online Variante von BoxUK: https://www.boxuk.com/battleships/

Tipp: Das Spiel kann auch Vor Ort über einen Beamer gespielt werden, so dass auch jeder selber seinen Schuss platzieren kann oder ganz spontan mittels eines Spielfeldes auf dem Flipchart und mit Post-its, um die Felder zu verdecken.

Eindrücke aus dem Remote Meetup

Das Spiel wurde mit zwei unterschiedlichen Gruppen mit den oben vorgestellten Regeln gespielt.

Bei beiden Spielrunden wurden die Anfangsschätzung immer beibehalten. Das Ergebnis mit 5 versenkten Schiffen und 15 Treffern war sogar identisch in der zweiten Runde. Dabei war die Zeit am Ende bei beiden Gruppen sehr knapp. Die Strategien waren hingegen nicht vergleichbar.

Die Learnings am Ende bei beiden Gruppen waren sehr ähnlich. Die zweite Runde wurde als angenehmer wahrgenommen. Es war zwar mehr Dynamik spürbar, dafür hatte sich aber schrittweise die Zusammenarbeit und Kommunikation verbessert. Bei der zweiten Gruppe gab es zusätzlich die Besonderheit, dass zu Beginn der zweiten Runde noch weitere Leute dazugestossen sind und plötzlich Expertenwissen vorhanden war. So war auch hier eine dynamische Anpassung der Strategie bis zum Schluss spürbar. In der zweiten Runde war Qualität vor Quantität durch Aussage wie „Lass uns erstmal das Schiff fertig machen, bevor wir weiter auf die Suche gehen“ oder beispielsweise „Lass uns nochmal überlegen, was wir jetzt tun“ sehr gut spürbar. Jeder konnte im Debriefing auch etwas für seinen Alltag mitnehmen.

Debriefing Schiffe versenken

Das Ergebnis des Spiels ist eindeutig, so dass der Übertrag der Erkenntnisse auf den Alltag und Reflexion der Dynamiken währenddessen viel spannender sind:

  • Wie haben sich die unterschiedlichen Ergebnisse angefühlt – auch hinsichtlich der Schätzung?
  • Welche Gruppendynamiken habt ihr beobachten können?
  • Wie war eure Kommunikation in der jeweiligen Runde?
  • Welches Vorgehen ist bei euch im  Alltag eher anzutreffen?
  • Welche Parallelen hat das Spiel mit dem Review innerhalb eines Sprints?
  • Wie häufig sollte Feedback optimalerweise erfolgen, um die höchste Trefferrate zu erzielen?

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