You are currently viewing Besondere Momente: Das Leben leben

Besondere Momente: Das Leben leben

Irgendwann kommt bei den meisten der Zeitpunkt, an dem die Eltern und eben auch die Sterblichkeit mehr in den Vordergrund rücken. Mein Vater beispielsweise hat immer mal wieder schon seit Jahren davon geredet, dass er eigentlich jetzt genug erlebt und gesehen hätte. Doch dann kam im August 2020 die Krebsdiagnose und der Schock war groß. Der letzte Besuch im Herbst bevor die Behandlung begonnen wurde, war dann auch anders als alle anderen davor. Es waren besondere Momente dabei und vor allem viel Reflektion und gegenseitige Wertschätzung. Und eines wurde besonders klar: Vielleicht haben wir noch nicht genug besondere Momente zusammen erlebt.

Nach einem sehr anstrengenden Sommer mit vielen Höhen und Tiefen ging es ab September 2021 auch endlich wieder aufwärts. Er hat bis heute seinen Lebensmut nie verloren und egal wie groß die Herausforderung war echt tapfer gekämpft. Erst vergangene Woche waren wir gemeinsam unterwegs und haben einen sehr schönen Tag zusammen verbracht. Doch jetzt liegt er momentan wieder im Krankenhaus, diesmal wegen Herz Problemen. Aber er gibt nicht auf. Er weiß, dass sein letzter Lebensabschnitt gekommen ist, aber er will noch einiges erleben.

Dadurch hat sich meine Einstellung zum Leben gravierend geändert. Ich möchte bewusster im Hier und jetzt leben und möglichst jeden Tag einen besonderen Moment erleben. Ich möchte, wenn mein letzter Lebensabschnitt gekommen ist, das Gefühl haben alles für mich mögliche mit meinen Lieblingsmenschen gemacht zu haben. Daher gehe ich hier mittlerweile gezielter vor. Ich habe nun eine Liste in meinem Bullet Journal integriert, die mich immer wieder daran erinnert. Dadurch erlebe ich manche Dinge auch intensiver und halte auch viel mehr etwas mit meiner Kamera fest als vorher.

Wie wichtig sind dir besondere Momente?


Besondere Momente: Damit das Beste nicht zum Schluss kommt

Bucket Liste / Löffelliste

Durch eine Bucket Liste oder Löffelliste kann dies methodisch unterstützt werden.
Auf diese Liste sollten möglichst viele Dinge stehen, die du erlebt oder erledigt haben willst, bevor du den stirbst („den Löffel abgeben, in die Kiste springen“). Was auf der Liste steht, ist sehr individuell und kann etwas alltäglich sein wie eine neue Sprache lernen oder etwas außergewöhnliches wie einen sehr hohen Berg besteigen. Frage dich, welche Dinge als Kind dein größter Traum war und welche Dinge du in deinem Leben nicht vermissen willst. Am Ende hast du eine To Do Liste für dein Leben, die du ab sofort immer dabei haben solltest.

Visionsboard

Durch ein Visionsboard kannst du für jeden Lebensbereich deine persönliche Vision, Träume und/oder Ziele bildlich darstellen. Im Unterschied zur einer langen Auflistung wird nicht das komplette Leben betrachtet, da dies schnell zu voll werden würde. Das schöne an dem Visionsboard ist, dass die Visualisierung im Unterbewusstsein bewirkt immer wieder (eben auch unbewusst) an den Zielen zu arbeiten. Somit kann es auch zu einer Art selbst erfüllende Prophezeiung werden. Ich habe das am Anfang auch nicht wahrhaben wollen. Mittlerweile habe ich mein zweites Visionsboard, bei dem nahezu jedes Ziel erfüllt ist.

Dein persönliches Museum

Eine sehr schöne Metapher für die Reflektion des Lebens ist der Museumstag aus dem Buch: The Big Five for Life – Was wirklich zählt im Leben von John P. Strelecky. Der Film zeigt, dass wir der Autor bzw. Autorin von unserem Museum/Leben sind. Wir dürfen den Sinn und Ziel unseres Lebens selbst bestimmten und sollten es nicht von anderen Einflüssen bestimmen lassen.

Auch wenn „Lebe dein Leben als ob es der letzte Tag ist“ nicht unbedingt zu meinem Motto geworden ist, lebe ich zumindest bewusster. Andere Wege gehen oder sich mehr zu Entschleunigen, kann auch unabhängig von einer schlimmen Diagnose sehr wertvoll im jedem Leben sein.


Collect Moments not things

Eine sehr besondere Reflexion war nun für mich, die bereits abgehackten Punkte aus meiner Bucket Liste mit Bilder zu sammeln und um weitere besondere Momente zu ergänzen. Es sind viele Momente dabei, die mich geprägt haben. So habe ich einen kleinen Ausschnitt für meinem Film von meinem Museumstag erstellt und werde das für mich auch zukünftig immer wieder ergänzen. Ein schönes Ritual wird sein, dies immer zum Neujahr sich mit meinen Lieblingsmenschen anzuschauen.

Bei der Recherche der Bilder fiel mir auf, dass Facebook im weitesten Sinne den selben Zweck dienen kann. Ich freue mich beispielsweise immer auf die Nachrichten über Erinnerungen, auf die man zurückblicken darf.

Schreibe einen Kommentar