Stammtisch 2019
Dezember 30, 2019

Agile Stammtisch 2019

Von Claudia Haußmann


4. Agile Stammtisch

Nach dem erfolgreichen Impulsvortrag im vergangenen Jahr hat sich die Runde vergrößert. Insgesamt haben sich 12 Interessierte in der Weinstube Frey auf der Lindauer Insel am 29. Januar eingefunden, darunter auch wieder ein paar neue Gesichter. Witterungsbedingt waren aber auch wieder kurzfristige Absagen aufgrund Krankheit oder beruflichen Umständen dabei.

Warm Up

Zu Beginn hatte jeder die Aufgabe eine Postkarte auszuwählen, die am besten zu der jeweiligen Person passend ist. Auf der Rückseite sollte dann anschließend Informationen wie Name, Rolle und Erwartungen ausgefüllt werden.  Es waren wieder so ziemlich jeder Bereich vertreten: Agile Coaches, Product Owner, Projektmanager, aber diesmal auch ein paar von der operativen Seite, so dass es eine sehr gute Mischung war.

Viele Geschichten und Anmerkungen warum derjenige genau diese Postkarte gewählt hatte, sorgten für Überraschungsmomente und Lacher.

Game: Product Owner Challenge

Als Agile Game wurde diesmal die Product Owner Challenge etwas abgewandelt gespielt. Ziel dieser Challenge ist es, mit der richtigen Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen Product Owner und Team ein Lego-Auto zu bauen. 

Das erste Team war bereits nach 10 Minuten fertig, da die Rollen im Team sich relativ schnell gefunden hatten und der Product Owner ein sehr guter Kommunikator war. Das zweite Team hatte gegen Ende nicht den richtigen Weg gefunden.

Lean Coffee

Danach sind wir in die Lean Coffee Diskussion über gegangen, um die am dringendsten Themen in der Runde zu besprechen.

Eine sehr interessante und intensive Diskussion entstand rund um die nachfolgenden zwei Fragen:

  • Welche KPI können wir generieren, sodass wir dem Management zeigen, dass Agile funktioniert?
  • Kriterien für Business Value für Epic und User Story

Als Probleme wurden genannt, dass vom Management die fehlende Offenheit vorhanden ist und in den meisten Fällen auch die Transparenz nicht erwünscht ist. Die Runde war sich relativ schnell einig, dass das Umdenken beim Management anfangen muss, damit es Erfolg hat. Dies bedeutet für das Management sich weg vom Control & Command und Quartalsdenken zu bewegen und eher kontinuierlich mit Hilfe des Product Owners die Kundenzufriedenheit zu messen, aber auch den Business Value aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten, wie Wert für das eigene Unternehmen, Wert für den Kunden, Risikobetrachtung etc. Das gesamte Unternehmen sollte mehr in Produkt Review Meetings einbezogen werden.

Bestimmte KPI wie Velocity sollte allerdings nur im Team betrachtet werden. Hingegen sollte generell die Diskussion über Wertschöpfung vs. Wertschätzung gestartet werden

Feedback

In der Feedbackrunde wurde noch mal hervorgehoben, dass die Mischung der Teilnehmer gerade richtig für die Diskussionen ist. Die Wahrnehmung ist, dass die entsprechende Fachkompetenz vorhanden ist. Des Weiteren kam das Agile Game sehr gut an. Auch für die Zukunft ist immer ein Warm up und Agile Game gewünscht. 

Ich freue mich jedesmal, wenn die Erwartungen von jedem erfüllt werden und bin begeistert, dass sich eine sehr interessante Gruppe gefunden hat.


5. Agile Stammtisch

Zu diesem Stammtisch haben sich wieder 11 Agilisten bzw. Interessierte am 19. Februar eingefunden, allerdings das letzte Mal in der Weinstube Frey. Für das nächste Mal muss noch eine andere Location gefunden werden.

Warm Up

Als Warm-Up wurde diesmal ein Eigenschaftsbingo gespielt um sich untereinander besser kennen zu lernen, aber auch um die Namen sich besser merken zu können.

Game: Agile Challenge Karten

Die »Agile Challenge« ist ein Kartenset in der Hand, welches für Deinen Einsatz im Führungsalltag gedacht ist. Es enthält 52 Challenges, also Herausforderungen für Deinen Führungsalltag und die Weiterentwicklung Deiner Teams. Die Idee dahinter ist, dass Du pro Woche eine Agile Challenge fokussierst.

HR Pioneers

Die 52 Agile Challenge Karten von HR Pioneers sind als Impuls gedacht und teilen sich in die nachfolgenden Bereiche auf:

  • Kollaboration
  • Vertrauen
  • Lernbereitschaft
  • Pioniergeist
  • Fokus
  • Selbstverantwortung

Offene Diskussion

Diesmal ergab sich bereits zu Beginn eine offene Diskussion über bestimmte Themen, so dass die Agile Challenge Karten nur so nebenbei einflossen. Ein Lean Coffee war diesmal auch nicht als Strukturmittel notwendig, da die Gruppe ihre gemeinsamen Themen kontinuierlich gefunden hatten: Angefangen beim Stakeholder Management, MVP und über die Wichtigkeit von Emotionen bis hin zu Haftungsthemen.

Die Runde war wieder sehr ausgewogen durch langjährige Agilsten und ein paar Neueinstiger. So war es eine sehr abwechslungsreiche Diskussion, da durch neugierige aber auch kritische Fragen interessante Sichtweisen entstanden. Immer wieder wurden auch die Agile Challenge Karten eingebracht, so dass auch sehr schnell wieder bewusst wurde, wie wichtig das richtige Mindset im Allgemeinen ist. Auch die Erkenntnisse aus dem Impulsvortrag vor Weihnachten flossen immer wieder in die Diskussion ein. Es war ein sehr kurzweiliger Abend und jeder konnte für sich etwas nach Hause nehmen.


6. Agile Stammtisch

Auch dieses Mal sind am 19. März 12 agil Interessierte der Einladung zum Stammtisch gefolgt. Diesmal in einer neuen Location, die sich aber nicht als sehr praktikabel aufgrund der Lautstärke erwies. Der nächste Stammtisch am 23.04. wird wieder in einer anderen Location auf der Insel stattfinden.

Warm Up

Zu Beginn hatte jeder die Aufgabe sich zusätzlich zu Name, Rolle und Unternehmen anhand von seinem Schlüsselbund vorzustellen. Wie erwartet ergaben sich ein paar lustige Geschichten. Auch Gemeinsamkeiten wurden schnell wieder offensichtlich.

Game: Agile Value Puzzle

Anschließend wurde die Agile Game Session diesmal mit dem Agile Value Puzzle eingeleitet. Dieses Puzzle ist bei mir ein fester Bestandteil zu Beginn eines agile Coachings, da es einfach Basis ist und jeder sich damit als allererstes auseinander setzten sollte. Sobald man die Zusammenhänge zwischen den Werten und Prinzipien des Agilen Manifest verstanden hat, wird auch der Zweck von vielen Bausteinen innerhalb der neuen Arbeitsweisen wie beispielsweise Scrum klarer.  Ich überprüfe dann auch immer gern, ob das Thema schon tiefergehend erfasst wurde, indem man das Manifest mit max. 3 Worten umschreiben solle. Diesmal war mein Favorit „Agilität braucht Verbindlichkeit“.

Offene Diskussion

Da aufgrund der Lautstärke das Lean Coffee nicht machbar war, teilten wir uns in zwei Gruppen auf, um zuvor ausgewählte Themen in diesen Gruppen zu besprechen.

  • (Un-)geplante Arbeit: Schwerpunkt war hier die Diskussion rund um die Sprintplanung, aber auch was man dagegen tun kann, wenn das Team während der Iteration mehr ungeplante Arbeit als der zugesagten Arbeit erledigt. Schnell kam hier die Arbeit des Scrum Masters ins Spiel und wie er damit umgehen soll, wenn das Management die vorgegeben Regeln nicht akzeptiert.
  • Remote Team: Welche Voraussetzungen und welche Herausforderungen gibt es? Jeder aus der Gruppe konnte diverse Erfahrungen mit Remote Teams in der Vergangenheit sammeln. Zu Beginn sollte sich das Team persönlich kennen lernen können und auch in regelmäßigen Abständen zusammen an einem Ort beispielsweise die Retrospektive durchführen. In der Technik darf auch nicht gespart werden, so dass jeder die selben Boardmittel zur Verfügung stehen hat. Die Kommunikation muss der virtuellen Umgebung angepasst werden, so dass beispielsweise im Daily die Synchronisation im Vordergrund stehen sollte. Die Retrospective ist einer der größten Challenges, die es zu meistern gilt. Auch ein fehlender Kommunikator im Team wurde thematisiert.

Mittlerweile hatten wir dann den Nebenraum nahezu für uns, so dass wir das dritte Thema Graphical Recording /  Facilitation wieder in der gesamten Gruppe diskutierten konnten. Schwerpunkt war der Austausch von Erfahrungen sowie Tipps & Tricks. Jeder der sich mit dem Thema beschäftigen will, sollte sich geeignete Stifte und mind. die zwei nachfolgenden Bücher anschaffen. Danach heißt es üben, üben, üben …


7. Agile Stammtisch

In die neue Location Ottimo am Hafen – übrigens mit einem dem schönsten Blick auf das Wahrzeichen von Lindau – haben sich am 23. April insgesamt 11 Agilsten eingefunden. 

Warm Up

Da diesmal nur zwei neue Gesichter dabei waren, habe ich einen Walk & Talk mit Bingo für den Einstieg vorbereitet. Es mussten unterschiedliche Eigenschaften gefunden werden. Darunter zählten sichtbare Eigenschaften wie Haarfarbe, aber auch Details wie besuchte Reiseländer, Fahrzeugarten oder Hobbys. Sobald jemand 5 Eigenschaften  gefunden hatte, musste er Bingo rufen. Am Ende hatte so ziemlich jeder doch nochmal etwas kennengelernt, dass er zuvor noch nicht wusste.

Game: Blame Game

Als spielerische Einlage hatte ich diesmal The Blame Game vorbereitet. Durch dieses Spiel soll verstanden werden, welcher Einfluss Bonus/Malus Regelungen auf die Leistungen und Fehlleistungen bei der Zusammenarbeit in einem Team hat.

Ziel des Spieles ist es innerhalb von 5 Minuten, ein oder mehrere Kartenhäuser zu bauen. Für jeden Abschnitt gibt es Punkte. Es treten zwei Teams gegeneinander an und bekommen separate Spielregeln, da die Punkte Verteilung unterschiedlich ist.

  • Team 1: Bewertung der Teamleistung
  • Team 2: Bewertung der Einzelleistung 

Leider blieb diesmal der gewünschte Aha-Moment aus. In der Feedback Runde wurde genannt, dass zu schwer verständlich war.

Lean Coffee

An diesem Stammtisch haben wir mal wieder Lean Coffee als Struktur verwendet:

1. Erfahrungsaustausch Onboarding von neuen Mitarbeitern: Alle waren sich einig, dass ein Onboarding nicht einfach so nebenbei erfolgen kann, sondern ein paar Rahmenbedingungen vorhanden sein sollten:

  • Mentor/Pate als Begleitung am Anfang.
  • Checkliste mit durchzuführenden Schritte bzw. definierten Aufgaben sowie integrierte Feedbackschleifen.
  • Möglichst zu Beginn aktiv in alle Events integrieren und eine Stimme geben. So wird im Team schnell transparent wo jeder steht bzw. tickt.
  • Definition, ab wann ein neuer Mitarbeiter als Produktiv gilt.

2. Die Rolle des Projektleiter im agilen Umfeld: Gestartet wurde die Diskussion mit der Rollen Definitionen:

  • Scrum Master: Bindeglied zwischen Team und Organisation, Fokus auf Zwischenmenschliches und Prozess.
  • Produkt Owner: Schnittstelle zwischen Kunde und Team, Fokus auf Kommunikation und Anforderungen/Produkt.

Hinsichtlich der Situation, wie die Projektleiter Rolle zusätzlich zu den oben genannten Rollen eingegliedert werden sollte, gab es unterschiedliche Erfahrungen bzw. Standpunkte. Schlussendlich wurde man sich einig, dass es sinnvoll sein kann, dass ein Projektleiter in manchem Umgebungen noch die Hauptkommunikation übernehmen kann. Ein Projektleiter, der in die agile Welt wechseln will, sollte sich anhand seinen Fähigkeiten überlegen, in welche agilen Rolle er sich wohler fühlen würde. Ich biete mittlerweile hierfür ein Seminar an.

3. Wissensmanagement: Aufbauend auf die vorangegangene Onboarding Diskussion wurde hinterfragt, wie eine Wissenskultur  geschaffen werden kann. Das Problem, dass tiefes Wissen meistens nur auf wenige Leute verteilt ist  kannte nahezu jeder in der Runde. Das Problem wird akut, wenn ein Wissensträger das Unternehmen verlässt.  Daher wurde hinterfragt, wie am besten das Wissen erhoben werden kann.

  • Welches Wissen ist wo vorhanden?
  • Welches Wissen soll transferiert werden?
  • Wie soll Wissenstransfer organisiert werden?

Es wurde aber auch hinterfragt, wie das klassische Wissensmanagement beispielsweise bei der Erhebung von Kompetenz-Profilen helfen kann.

4. Dominante Person im Team: Wie soll der Scrum Master agieren, wenn durch eine dominante Person keine kritischen Stimmen mehr im Team vorhanden sind und nichts mehr hinterfragt wird. Folgende Lösungsvorschläge wurden diskutiert:

  • Teammitglieder sollten motiviert werden wieder Kritik zu äußern.
  • Durch Perspektivenwechsel ein Gedankenspiel beim Team erzeugen.
  • Dominante Person erst am Ende der Diskussion das Wort geben oder analog zum Planning Poker, Entscheidungen verdeckt durchführen und gemeinsam diskutieren.
  • Superleader Karten in einer Retrospektive benutzen.

Da das letzte Thema ein wahrer Schatz sein könnte, gibt es diesmal eine Hausaufgabe für das nächste Mal:  Jeder soll sich Gedanken zum Jahr 2024 machen:

  • Wie sieht der Stammtisch aus?
  • Welche Themen sind aktuell?
  • Wie weit ist die Agilität eingedrungen?

Danke Andreas für diese sehr interessante Frage. Ich freue mich schon auf die Diskussion. 


8. Agile Stammtisch

An diesem Stammtisch am 21. Mai wurde in die Zukunft geschaut. Dieses Mal war die Runde sehr überschaubar mit 7 Personen. Die Urlaubszeit hat angefangen, aber auch der Dauerregen hatte zu ein paar Absagen geführt. 

Welche Themen sind im Jahre 2024 angesagt und wie sieht der Stammtisch in 5 Jahren aus? Die Diskussion war trotz kleiner Runde sehr vielschichtig und wir sind gespannt, was sich bewahrheiten wird.

Warm Up

Ziel von diesem Warm-up Spiel ist das bessere gegenseitige Kennenlernen. Die Teilnehmer werden in Kleingruppen von vier bis sieben Personen eingeteilt. Jede Kleingruppe erhält ein großes Blatt Papier. In der Mitte befindet sich jeweils eine Blumenblüte mit Stempel und Blütenblättern in der Anzahl der Gruppenmitglieder. Auf jeweils ein Blütenblatt schreibt nun jeder der Teilnehmer Namen und Wissenswertes über sich. In die Mitte der Blüte, auf den Stempel, kommen Eigenschaften, Hobbys und Leidenschaften, die alle Gruppenmitglieder gemeinsam haben. Auf diese Begriffe muss sich die Gruppe geeinigt haben. Am Ende kann sich die Gruppe auch noch einen Blumennamen geben.

Game: Taxizentrale

Taxizentrale ist ein Kommunikationsspiel, dass aber nicht nur die (Führungs-) Kommunikation, sondern auch das Vertrauen im Team fördern kann.

Ziel ist es, als Taxifahrer in einer noch unbekannten Stadt mit Hilfe eines Stadtplans und der Taxizentrale einen Gast zu seinem Ziel zu bringen. Allerdings alles nur verbal ohne zeigen und Blickkontakt.

Beide Teams haben die Aufgabe sehr gut gelöst und schnell erkannt wie wichtig die Kommunikation insbesondere die Wahrnehmung ist. Dieses Spiel kam diesmal bei allen gut an.

World Café: Ein Blick in die Zukunft

Andreas hatte uns im letzten Stammtisch Hausaufgaben mitgegeben. Jeder soll sich Gedanken machen über das Jahr 2024:

  • Wie sieht der Stammtisch aus?
  • Welche Themen sind aktuell?
  • Wie weit ist die Agilität eingedrungen?

Diese Fragen wurden diesmal nicht im Lean Coffee diskutiert, sondern es war eigentlich als World Café gedacht. Da es aber für zwei Tische zu wenige Leute da waren, wurden nur die Prinzipen von der Methode übernommen: Es konnte als Grundlage der Diskussion die „beschreibbare Tischdecke“ als Basis verwendet werden. Diese Art der Diskussion kam sehr gut an.

Zu Beginn wurden die Fragen, welche Themen im Jahr 2024 aktuell sind und wie weit die Agilität eingedrungen ist diskutiert. Da es sich um Zukunftsthemen handelt gab es als Input die Megatrend Map vom Zukunftsinstitut.

Durch das gewählte Format konnte sich jeder einbringen. Es entstand eine vielschichtige Diskussion mit verschiedenen Blickwinkel. Am Ende haben wir uns auf folgende zwei Punkte geeinigt:

  • Spannungsfeld: Regel versus Kommunikation / Interaktion / Begegnung
  • Viele haben verstanden das FOKUSIERUNG ein Schlüssel zum Erfolg ist (Methoden: Design Sprint, Swarming, etc.)

Auf die Frage, wie der Stammtisch im Jahre 2024 aussieht waren wir uns schneller einig. Träumen war erlaubt, so dass richtig schöne Ideen herauskamen. Ergebnis war, dass es weiterhin als Treffpunkt mit echten Menschen  und nicht Remote, dafür vernetzter stattfinden sollte. Denkbar wäre es auch zukünftig den Stammtisch im Freien oder in den Räumlichkeiten der butterflying Akademie und mit 20 Teilnehmern/innen durchzuführen. Käsespätzle sollte es bis dahin auch wieder geben 😉

Feedback

  • Das 1. Mal dabei, tolle Menschen & Inspiration
  • Über die Zukunft diskutieren -> Super
  • gute Diskussionen und Format

9. Agile Stammtisch

Bei schönem Wetter haben sich am 18. Juni insgesamt 10 Interessierte auf der Dachterrasse vom Restaurant Ottimo eingefunden. Darunter auch wieder ein paar neue Gesichter. Es war ein sehr gelungener Abend, da die Mischung der Themen und der unterschiedlichen Leute wieder genau richtig war. 

Warm Up

Wie immer habe ich nach einer Möglichkeit gesucht, bei dem man schnell aber auch unterhaltsam sich untereinander kennenlernen und Gemeinsamkeiten finden kann. Das Sockenspiel ist dafür bestens geeignet, da es durch das Sockenthema automatisch auflockert. Ich hatte Glück, trotz gutem Wetter hatten genug Leute Socken an :).

Agile Game: Die Palme

Mit dieser Übung kann jeder miterleben, welche unterschiedlichen Führungs- und Kommunikationsstile es gibt und wie wichtig es ist, die gleiche Sprache zu sprechen bzw. die Kommunikation gegenseitig anzupassen.

Aufgabe ist es eine möglichst originalgetreue Kopie einer vordefinierten Palme zu malen. Die Herausforderung hierbei ist allerdings, das der Maler das Bild nur durch Worte durch eine andere Person beschrieben bekommt. Dadurch wird es spannend, da die beiden Hauptakteure sich finden müssen, aber für das Ganze nur 7 Minuten Zeit haben. Alle anderen agieren als Beobachter und können sich Gedanken machen, wie sie es umsetzen würden.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen und das Spiel kam im Allgemeinen sehr gut an. Nahezu jeder konnte eine Erkenntnis für den Arbeitsalltag mitnehmen. Falls ihr das Spiel mal nachspielt, postet bitte eure Bilder in die Kommentare. 

Lean Coffee

Wir nutzen die letzten Sonnenstrahlen auf der Dachterrasse für die Themenfindung mit Hilfe des Lean Coffee Formats, bevor uns das Wetter wieder nach drinnen getrieben hat.

Time Cube & Microtimeboxing: Der Aufhänger von diesem Thema war der ein Linkedin Beitrag von Stefan in der Vergangenheit. Alle waren auf den Erfahrungsaustausch gespannt. Die vier Seiten des Würfels geben die Zeit an, die mit dem Timer genutzt werden werden soll. Somit kann die Zeit schnell eingestellt, aber auch durch einfaches umdrehen wieder gestoppt werden. Der Würfel steht in verschiedenen Zeitintervallen zur Verfügung.
Der Würfel als „Microtimeboxing“ kommt beispielsweise bei Stefans Team nicht so gut an. Das Team fand bisher das Timeboxing für das Daily mit 15 Minuten am besten. Bei verteilten Teams ist der Würfel weniger geeignet.

Working out loud: Daniel ist auf das Thema durch ein Meetup aufmerksam geworden und wollte sich dazu austauschen. Zu Beginn wurde erstmal die Methode kurz vorgestellt. Bei Working out Loud sollte der Begriff nicht wörtlich genommen werden. Es bedeutet nicht das lautes Vorzeigen seiner eigenen Arbeit, sondern es steht für das bewusste Teilen und Bereitstellen von Wissen als ein Mindset als Teil des sozialen Lernens. Durch eine offene und zielgerichtete Zusammenarbeit im Netzwerk wird das eigene Wissen für alle sichtbar gemacht, so dass alle davon profitieren können. Es gab ein regen Austausch, da auch unterschiedliche Wissensstände vorhanden waren. Generell gab es mehrere Interessierte, die das Thema gerne vertiefen würden.  Vielleicht startet bald ein Working Out Loud Circle?

Relatives Schätzen: Zu Beginn wurde von Stefan nochmal der Unterschied zwischen relativen und absoluten Schätzen dargestellt. Es wurde auch insbesondere auf den Punkt eingegangen warum uns von Natur aus das relative Schätzen in Einheiten ohne Zeitangabe besser liegt und wie wichtig eine gute Referenz an dieser Stelle ist. Wer sich hier einen Überblick über die ganzen Methoden verschaffen will, wird hier fündig. Exemplarisch wurde das Planning Poker demonstriert. Aufgabe war es zu schätzten, wie schwierig es ist ein „Glas Bier zu exen“. Es entstand eine sehr lustige Diskussion zu diesem Thema. Danach war jedem klar, was das Full House auf dem T-Shirt bedeutet.

Feedback

Die Location, insbesondere das wir diesmal auf der Terrasse gestartet haben, kam wieder gut an. Ansonsten wurde die gute Organisation und der spannende Austausch sowie die Themen und die lustige Atmosphäre gelobt. Ein schönes Schlusswort gab es von jemanden, der neu dabei war: „Ich bin nicht allein mit meinem Mindset und das freut mich“. Mich freut es, dass es euch wieder gefallen hat und wir sehen uns.


10. Agile Stammtisch

Der Stammtisch im Juli wurde kurzfristig abgesagt aufgrund zu wenig Teilnehmer.

11. Agile Stammtisch

Wenn beim Agile Stammtisch am 20. August eine interaktives Training für das Intro einer Präsentation gab, kann ich es mir jetzt nicht nehmen lassen folgenden Opener zu formulieren.

Vorletzter Dienstag im Monat, es schüttet mal wieder aus Kübeln. Trotzdem waren 15 Personen zum Agilen Stammtisch gekommen um sich auszutauschen. Oder lag es daran, dass heute etwas neues geplant war?

Warm Up

Die Personal Map von Management 3.0 ist ein guter  Einstieg, um ein besseres Verständnis für sein Gegenüber zu erhalten und die Kommunikation sowie die Kreativität zu steigern. Es kann aber auch einen großen Beitrag zur Schaffung von Empathie leisten.

Diese persönliche Karte in Form eines Mind Maps kann beispielsweise bei der Vorstellung verwendet werden. Entweder bei einem neuen Teammitglied oder wenn ein Team neu zusammengestellt wird. Oder in unserem Fall, um sich untereinander an einem Stammtisch besser kennenzulernen.

Das Mind Map kann auf einem (Flipchart-)Papier, beispielsweise wenn sich alle an einem Ort aufhalten oder in eine Mind Map bzw. Zeichenprogramm erstellt werden im Falle, dass sich es sich um verteiltes Arbeiten handelt.

Jeder kann seine eigene Geschichte auf dem Papier erzählen. Spannend wird es hierbei jedoch, wenn ein anderer die Geschichte vorstellt. So wurden auch wieder einige Gemeinsamkeiten ersichtlich.

Interaktive Präsentation Übung: How to Intro

In der interaktive Übung hat Walter Melcher als Präsentationstrainer die Einleitung eines Präsentation in den Vordergrund gestellt.

Unser dynamisches Leben ist voll von Möglichkeiten und Potentialen. Gleichzeitig bringt es neue Herausforderungen mit sich und schafft dadurch eigene Währungen: Zwei dieser Währungen sind Zeit und Aufmerksamkeit. Bedingt durch digitale Kommunikationskanäle und unendlich viele, oftmals parallele Termine werden diese zwei Währungen immer bedeutender.
Das Handy und die Uhr wurden schon vor langer Zeit Smartphone und Smartwatch und können in wenigen Millisekunden unsere Aufmerksamkeit verändern und uns das Gefühl geben noch weniger Zeit zu haben.
Gleichzeitig steigt die Komplexität und Vielfalt der Themen an denen wir arbeiten, sodass auch die Kommunikation von Inhalten und Ideen immer herausfordernder wird.
Die Kombination aus dem führt dazu, dass unser Publikum in Vorträgen sich bereits nach wenigen Sekunden ablenken lässt und sich mit anderen Gedanken oder Themen beschäftigt. Der Aufmerksamkeitskredit ist also aufgebraucht.

In seinem kurzen Impulsvortrag konnte er eindrücklich beweisen, wie wichtig ein guter Opener bei einer Präsentation ist. Er zeigte uns auf, welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen – angefangen von dem richtigen Performer Mindset und unerwartetem Start mit Worten und Bewegung. aber auch dem Blackscreen am Anfang. Immer wieder flossen von ihm zahlreiche Beispiele für einen unerwarteten Start ein, wie beispielsweise mit einem Zitat oder geschlossenen Fragen bis hin zu Provokation oder Statistik der gewünschte Effekt erzeugt werden kann.

Jeder Teilnehmer hatte anschließend die Möglichkeit durch die Übung „How to Intro“ ein Thema seiner Wahl auf die vorgestellten Pattern anzuwenden, um selber aus zu testen, wie der Aufmerksamkeitskredit als Investition mit positiver Rendite eingesetzt werden kann, anstatt für leere Augen zu präsentieren.

Lean Coffee

Wir haben uns zu Beginn erstmal die Themenzettel angeschaut, die es das letzte Mal nicht geschafft hatten. Anschließend gab es die Möglichkeiten neue Themen vorzuschlagen. Die nachfolgenden Themen hatten den größten Zuspruch in der gegebenen Zeit gefunden.

1) Agile Zweifler überzeugen: Frank war auf der Suche nach Inspiration, wie er mit Personen im Unternehmen umgehen kann, die aus verschiedenen Gründen gegen die Einführung von Agilität sind. Da es immer irgendwo Zweifler gibt, konnte auch nahezu jeder einen Beitrag zur Diskussion leisten.

Es wurden verschiedene Vorschläge gemacht, angefangen davon, das Wort agil erst gar nicht mehr zu nennen, sondern einfach etwas neues (als Experiment) ausprobieren zu lassen und damit auch automatisch ein Pilotprojekt als Success Story zu starten. Um eine andere Perspektivenwechsel zu erwirken können auch Metaphern oder Analogien angewendet werden.

Des Weiteren sollten alle notwendigen Personen, insbesondere das mittlere Management einbezogen werden, und beispielsweise auch Alternativen zu den klassischen Kennzahlen definiert werden, aber auch durch Coaching bestehende Ängste zu nehmen. Die Führung fällt nicht weg, sie wird nur anspruchsvoller. Dies kann auch eine Chance für jede Führungskraft sein.

Durch das Stellen der Frage „Weißt du wirklich schon im Detail wie genau dein Produkt am Ende aussieht“ kann ein Zweifler zum Nachdenken angeregt werden, ob die bestehende Vorgehensweise eventuell gar nicht das Richtige ist. Es sollte nicht das Ziel verfolgt werden, jeden überzeugen zu wollen, da das gar nicht langfristig sinnvoll ist. Manchmal ist es für beide Parteien das Beste ist, sich voneinander zu trennen, anstelle zuviel Energie in etwas zu stecken, dass nicht änderbar ist.

Am Ende nahm Frank aus der Diskussion folgenden zwei Key Take aways für sich mit:

  • Man muss nicht alle überzeugen
  • Viel miteinander reden und kleine Leuchttürme erschaffen

2) Polyphasischer Schlaf: Beim polyphasischen Schlafen wird der nächtliche Schlaf in mehrere Schlafphasen über den Tag hinweg verteilt. Im Gegensatz zum monophasischen Schlaf schläft man nicht 6-8 Stunden am Stück, sondern zum Beispiel in 6 x 20 Minuten Phasen. Dies ist möglich, da es nicht darauf ankommt, wie lange wir schlafen, sondern wie häufig wir uns in der REM Phase befinden. In der Theorie kann man dadurch seine Gesamtschlafdauer zum Teil erheblich reduzieren und kann die gewonnene Zeit für neue Projekte nutzen.

Beispiele Schlafmuster

  • Mit der Everyman-Methode brauchst du täglich nur noch 4 Stunden schlafen.
  • Mit der Uberman-Methode kannst du deinen Schlaf sogar auf 2 Stunden reduzieren.

Zuerst braucht der Körper mindestens eine Woche, um überhaupt reinzukommen. Er empfiehlt 2 Tage lang nicht zu schlafen, um den Effekt des schnellen Einschlafens zu ermöglichen. Mit der Zeit gewöhnt sich dann der Körper an den neuen Rhythmus. Er hat feststellen können, dass sich der Geist besser als der Körper erholt. Je nach gewähltem Schlafmuster wird es problematisch mit gesellschaftlichen Verpflichtungen und Pflege von privaten Beziehungen. Trotzdem schaffen es viele diesen Lebensstil über Jahre hinweg so zu leben. Eine interessante App zur Visualisierung ist Napchart.

Die wichtigsten Key Take aways der Teilnehmer

  • Faszinierend, dass es trainierbar ist.
  • Für die Mehrzahl wäre es nichts, da sie ihre 5 Stunden am Stück brauchen, da sie ansonsten sich wie eine „überfahrene Katze“ fühlen

3) Social Media Strategie: In der heutigen Zeit ist das Beschäftigen mit den Sozialen Medien unabdingbar. Birgit will eine Community aufbauen und wollte daher durch einen Erfahrungsaustausch wissen, wie andere hier vorgehen.

Folgende Zusammenfassung ergab sich aus dem Austausch:

  • Analysiere deine Zielgruppe, beispielsweise mit Google Analytics oder den Ad-Managern von Facebook oder Xing. Definiere auf Basis der Informationen deine Personas.
  • Beziehe Google Keywords immer in deine Recherchen mit ein.
  • Lade zuerst deine Freunde ein, dann schreibe gezielt Personen innerhalb deiner Zielgruppe an.
  • Immer erst Inhalte schaffen, die auch einen Mehrwert für deine Zielgruppe hat.
  • Regelmäßig Posten. Lieber nur alle 2 Tage etwas Relevantes als 10x am Tag irgendwas
  • Nicht von Anfang an gleich alle Social Media Kanälen abdecken, da auch an die entsprechende Antwortzeiten gedacht werden muss.

Feedback

Die Gruppe wurde wieder als interessant und die Themen sehr spannend und abwechslungsreich wahrgenommen. Der Kurzvortrag mit der Präsentationsübung kam sehr gut an. Jeder konnte das ein oder andere mitnehmen. Robert bedankte sich nochmal explizit, da er am letzten Stammtisch genau den richtigen Impuls zur richtige Zeit mitnehmen konnte. Einzig die Lautstärke wurde wieder bemängelt. Ich hoffe ich finde dafür in der Zukunft irgendwann eine bessere Lösung.


12. Agile Stammtisch

Dieser Stammtisch am 24. September war im Vorfeld schon sehr früh ausgebucht. Von den 13 Teilnehmern waren diesmal sogar 5 neue Gesichter dabei, die wieder neue Sichtweisen in die Diskussion einbrachten. Im Gesamten war der Stammtisch wieder ein voller Erfolg.

Warm Up

Die Herausforderung beim Kennenlern-Spiel war diesmal, ausreichend passende Eigenschaften zu den Anfangsbuchstaben seines Namens zu finden. Dies sieht auf den ersten Blick einfacher aus als es eigentlich ist. Es stellte sich aber heraus, dass diese Aufgabe auch sehr lustig sein kann. Durch Kreativität und gegenseitige Unterstützung konnte sich anschließend jeder entsprechend vorstellen.

Agile Game: Agile Coaching Game

Nach dem gemeinsamen Essen stand wie immer das Spielen eines Agile Games auf der Tagesordnung.

In diesem Agile Coaching Game von Game Crafter gibt es verschiedene Spiele, um sich mit Agile Coaching auseinander zu setzen. So kann beispielsweise der Agile Coach seine Fähigkeiten reflektieren. Der Coachee auf der anderen Seite kann erkennen, was für ein Zweck Coaching für ihn haben könnte.

Die Teilnehmer hatten am Stammtisch nun die Möglichkeit anhand von drei vordefinierten Szenarien sich mit der Rolle des Agile Coaches anhand von Karten mit Aussagen bzw. Fragen auseinanderzusetzen:

  • Szenario 1 – Das Fragen Spiel: Wie sind die Fragen beschaffen: offen, geschlossen oder geführt
  • Szenario 2 – Das Mentor Spiel: Bewertung, welche Art der Beratung der Coach
  • Szenario 3 – Das Modus Spiel: Zuordnung der Antwort zu den Kategorien Coaching, Unterrichtend, Moderation oder Mentoring

Jede Aktivität in diesen Szenarien ist für 1-5 Personen ausgelegt. Nachdem die Texte allerdings nicht in Deutsch waren, wurde mehr Zeit als angedacht benötigt.

Lean Coffee

Nachdem das letzte Mal die Lautstärke wieder ein Problem war, war die Optimierung ein Sitzkreis für das Lean Coffee einzuführen – und es hat geholfen.

Die Themensammlung war diesmal sehr bunt, angefangen von typischen Scrum Themen wie Story Points, Retrospektiven und verteilte Teams über Betrachtung der Auswirkung der Digitalisierung für die verschiedenen Generationen sowie das menschliche Verhalten auf Veränderungen bis hin zu Bullet Journaling und Denkblockaden.

Folgende Themen haben durch das Dot-Voting Einzug auf das Kanban Board geschafft:

  • Sei dein Produkt!: Bericht über eine Session auf dem Product Owner Barcamp, wie ein Teilnehmer die Agilität auf sein Privatleben anwendet, in dem er beispielsweise ein Product Backlog für seine Aufgaben und Ziele pflegt, aber auch Retrospektiven und Reviews durchgeführt.
  • Wie mir das Bullet Journal Struktur ins Chaos brachte: Erfahrungsbericht von Birgit, wie Sie den Input aus meiner Zeit- und Selbstmanagement Schulung in ihren Alltag perfekt integriert bekommen hat und dies freudig mit der Gruppe teilen kann.
  • Streß Belastung auf die einzelne Person auf die neue/geänderte Managementform: Claudia F. arbeitet aus Sicht der Gesundheitsprävention in Unternehmen mit. Dabei ist ihr aufgefallen, dass es zu Stress Momenten bis hin zu Burn out kommt, wenn ein agiles Management eingeführt wird. Daraus entwickelte sich eine sehr intensive Diskussion über die Veränderungsprozesse bei Menschen, warum es Widerstände gibt und wie mit diesen umgegangen werden kann.

Feedback

Danke für den wunderbaren, inspirierenden und spaßigen Agil Stammtisch. Ich bin immer wieder beeindruckt, wie du es schaffst alle abzuholen und wir uns gleich in der Gruppe finden. Großartig!“

Birgit

Danke für den wunderbaren, inspirierenden und spaßigen Agil Stammtisch. Ich bin immer wieder beeindruckt, wie du es schaffst alle abzuholen und wir uns gleich in der Gruppe finden. Großartig!“

Claudia F.

13. Agile Stammtisch Lindau

Vor einem Jahr fand der erste Agile Stammtisch in Lindau statt und hat sich mittlerweile echt gut etabliert. Danke von meiner Seite an alle Teilnehmer, dass ihr bisher jeden Stammtisch einzigartig gemacht habt.

An diesem Stammtisch am 22. Oktober war diesmal einzigartig, dass alle 7 Teilnehmer mir schon bekannt waren. Durch die kleine Runde wurden sogar insgesamt 5 Themen diskutiert. Diesmal waren wieder klassische Scrum Themen dabei, aber auch beispielsweise zwei neue Themen, die wieder eine ganz andere Sichtweise auf die Agilität bzw. New Work öffnen kann.

Warm Up

Ich sammle regelmäßig Postkarten mit Sprüchen, um dies auch zum Kennenlernen zu verwenden. Diesmal war es die Aufgabe zwei passende Postkarten zu finden, um auf Basis dieser Auswahl eine Geschichte über sich zu erzählen. Es ist immer wieder spannend, was jeder so voneinander neues erfahren kann.

Agile Game: Moving Motivator

Das Spiel Moving Motivator bietet sich als Teamspiel an, um herauszufinden, was jeden Einzelnen motiviert und welche gemeinsame Motivatoren ein Team haben kann. Insbesondere wenn eine Veränderung geplant ist, kann die Einflussfaktoren für die Team Motivation untersucht werden. Es ist dabei nicht angedacht in irgendeiner Art und Weise eine Bewertung durchzuführen, sondern eher Transparenz und in weiterer Folge ein Verständnis füreinander zu entwickeln. Jeder lernt auch wieder etwas über sich selber kennen. Es kann sowohl auf Teamebene als auch zum Selbstcoaching verwendet werden.

Während dem Stammtisch hatte jeder die Möglichkeit seine Motivationsreihe zu bilden. Anschließend haben wir uns über Übereinstimmung in der Gruppe ausgetauscht und diskutiert, wie eine Anwendung in der Praxis aussehen kann.

Lean Coffee

Effectuation: Daniel gab einen kurzen Einblick zum Thema Effectuation vor, dass er beim Bodensee Submit in St. Gallen kennengelernt hatte. Der Effectuation-Ansatz beschreibt eine von (erfahrenen) Entrepreneuren eingesetzte Vorgehensweise zur Lösung von Problemen und zur Entscheidungsfindung und basiert auf den vier Prinzipien.

  • Mittelorientierung statt Zielorientierung
  • Leistbarer Verlust statt erwarteter Ertrag
  • Umstände und Zufälle nutzen statt vermeiden
  • Partnerschaften statt Konkurrenz

Das Thema wurde mit großem Interesse in der Runde  diskutiert. Gerade in unserem komplexen und manchmal chaotischen Umfeld könnte es der fehlende Baustein sein, um in ungewissen Situationen eine Entscheidung ohne fundierte Datenbasis zu kommen. Ein guter Navigator in unsicheren Zeiten.

SAFE Management: Ein Teilnehmer berichtet, dass sein Unternehmen von Scrum of Scrum auf SAFe (Scaled agile Framework) umgestellt hat und hoffte auf einen Erfahrungsaustausch. In der Fragerunde stellte es sich heraus, das mit der Umstellung auf SAFe das Kommunikationsproblem das in Scrum of Scrums aufgetreten war, gar nicht gelöst hat. Zudem der Zweck nicht klar war und die Rollen im Framework sind noch nicht richtig besetzt. Auswirkung ist beispielsweise, dass der Release Train immer fährt, obwohl noch nicht alle Komponenten fertig sind. Key Take Aways:

  • Evaluierung von SAFe wäre wichtig gewesen. Die Rolle des Release Train Engineer muss besetzt sein.
  • Auch für Prozesse braucht es Requirements Engineering.
  • SAFe ist Cargo-Kult (=Nachahmen von Verhalten, ohne den dahinter liegenden Sinn zu verstehen).
  • SAFe scheint doch nicht so safe zu sein.
  • Der Release Train ist hoffentlich kein Schienenersatzverkehr.
  • Less is More.
  • Skaliere dein Produkt und nicht dein Prozess.

Transparenz im Team: Es ging nahtlos in derselben Umgebung mit dem nächsten Thema weiter. An einem Produkt arbeiten in dem Unternehmen ein Team nach Scrum und das andere nach dem traditionellen Projektmanagement. Dadurch kommt es zu Konflikten und vor allem fehlt die Transparenz. Konkrete Fragen waren, wie man die beiden Teams besser synchronisieren kann – auch hinsichtlich Anforderungsänderungen. Folgende Lösungsvorschläge wurden genannt:

  • Releasezyklen an Meilensteinplan anpassen.
  • Gemeinsames Review und Retrospektive durchführen, ggf. mit ausgewählten Personen starten und es wachsen lassen.
  • Low-Hanging Fruits suchen und umsetzen.

Purpose Unternehmen – Steward Ownership: Ziel der Session war, das die Idee hinter Steward Ownership als Impuls weiterzugeben. Das Thema wurde als sehr spannend, aber auch noch mit ein paar Fragezeichen von den Teilnehmer wahrgenommen.

Fehlerkultur verbessern: In diesem Fall wurde ein neues Team gegründet, dass standortverteilt in Deutschland und Spanien arbeiten wird. Die konkrete Frage war, welche Ursachen es für den falschen Umgang mit Fehlern gibt und wie man die Fehlerkultur verbessern kann. Folgende Lösungsvorschläge wurden genannt:

  • Fehler zugeben ist Kulturabhängig.
  • Vertrauen im Team aufbauen.
  • Vorbild sein.
  • Positive Erfahrungen beim Umgang mit Fehlern sammeln (analog zu FuckupNights).
  • Einen Verbündeten „auf der anderen Seite“ suchen.
  • Überlegen, was man selber beeinflussen kann.
  • Bug-First Principle, anstelle auf persönlicher Ebene im Team die Fehler suchen.
  • Code Coverage sichtbar machen (Gamification verwenden).

Feedback

Durch die Einführung des Sitzkreises, ist die Lautstärke kein Störfaktor mehr, so dass das Feedback durchgehend positiv war:

  • Wunderschöner Abend mit interessanten Themen und netten Leuten.
  • Ein Dankeschön gab es wieder für die Organisation und der Möglichkeit die Moving Motivator Karten mitnehmen zu können.
  • Schöner Impuls zum Thema Effectuation.
  • Wertvolle Diskussion. Interessante Einblick in diese Themen als eher Fachfremde.

14. Agile Stammtisch Lindau

Dieses Mal haben sich am 19. November insgesamt 10 Teilnehmer Lindau eingefunden. Mich persönlich freut es immer, wenn auch wieder neue Interessierte da zustoßen und die Runde mit ihren Geschichten und Perspektiven bereichern. Genau diese Vielfalt macht es auch aus, dass jede Stammtischrunde einzigartig ist.

Warm Up & Agile Game

Das Spiel Tower of Preference zum gegenseitigen Kennenlernen auf Basis eines Jenga Turm ist bisher immer gut angekommen. Daher kam mir die Idee dieses Prinzip auf das Mikado Spiel  als Agile Game auch anzuwenden. 

Es wird nach denselben bekannten Regeln gespielt – auch das Ziel bleibt dasselbe. Zusätzlich werden aber die Farben auf den Stäben miteinbezogen. Nach dem erfolgreichen Nehmen eines Stabes muss derjenigen gemäß den Farben etwas aus der Kategorie von sich erzählen:

  • blau: Beruf (Vergangenheit bis heute)
    Beispiel: Lieblingstätigkeiten oder -fach, Rollen, Lustige Geschichten
  • rot: Privat (Vergangenheit bis heute)
    Beispiel: Hobby, Lieblingsfilm oder -buch, Familie, Urlaub
  • gelb: Ziele/Wünsche für die Zukunft (Beruflich oder Privat)

Dabei ist jedem natürlich freigestellt, welche Information er mit anderen teilen will. Das Spiel kam sehr gut an, hat nur in die Länge gezogen. Die Optimierung auf Basis des Feedbacks ist bereits in der Beschreibung aktualisiert.

Lean Coffee

Beim Lean Coffee gab viele gewünschte Themen, aber am Ende zu wenig Zeit um alle zu behandeln. Die Diskussion um Agilität und Persönlichkeitsentwicklung bzw. die Auswirkung auf die Unternehmenskultur, hat sich als der richtige Impuls für diesen Abend herausgestellt. 

Jeder aus der Gruppe konnte zu dem Thema etwas beisteuern und die unterschiedlichen Perspektiven trugen zu einer interessanten Diskussion bei. So ging es auch fließend in das zweite Thema über, welche Voraussetzungen für ein agiles Team in einem nicht agilen Umfeld geschaffen werden müssen.

Auch wenn diesmal keine große Themenvielfalt gab, wurde die Diskussion als sehr wertvoll von der Runde wahrgenommen. In der Abschlussrunde wurden folgende Gedanken als wesentliche Punkte mitgenommen:

  • Klassisches Dreieck des Scheitern – oder wann ist welche Vorgehensweise sinnvoll?
  • Agile Werkzeuge können sehr unterschiedlich und flexibel in Unternehmen eingesetzt werden.
  • Eine Erkenntnis aus der Diskussion war, dass es „Alter Wein in neuen Schläuchen“ ist und regelmäßig auf altbewährtes zurückgegriffen wird.
  • Fragezeichen blieben, was wirklich mit dem Mensch bei der Schnelligkeit passiert und ob wirklich alle Kundenprobleme so gelöst werden können.
  • Voraussetzungen und Strukturen für agile Teams müssen schrittweise geschaffen werden, wie beispielsweise der geschützte Raum für das Team und T-Shape Skills für die Cross-Funktionalität.

15. Agile Stammtisch Lindau

Zum letzten Stammtisch im Jahr am 17. Dezember war wieder Full House mit 12 Teilnehmern mit einer guten Mischung: Neue Gesichtern sowie unterschiedlichen Interessen und Erfahrungslevel. Die Vorstellungsrunde war sehr kreativ mit Lego. Als Agile Game wurde eine spezielle Technik für den Product Owner betrachtet – die User Story Map. 

Beim Lean Coffee wurde eine Einladung zu #ScrumOnBoard ausgesprochen und es gab viele Ratschläge für zwei Themengeber zu Umgang zu Konflikte und Stressbelastung im agilen Umfeld.

Warm Up

Kreatives Vorstellen mit Lego. Angeregt durch Design Thinking, aber auch durch die Aktivität mit einem Überraschungsei eine Retrospektive zu eröffnen, habe ich eine Auswahl meiner Lego Männchen mitgenommen. Aufgabe war es, etwas aus dem beruflichen und/oder privaten Bereich mit Hilfe den vorliegenden Materialen zu gestalten und sich damit in der Runde vorstellen.

Es kamen richtig spannende Metaphern zu Stande. 

Agile Game: User Story Map Game

Anhand eines alltäglichen Beispiels wird in dem Spiel in weniger als 30 Minuten ein Product Backlog erstellt, visualisiert und priorisiert, auf Basis einer sogenannten User Story Map. Eine ausführliche Beschreibung ist hier zu finden. Das Spiel kam sehr gut an und hat auch sichtlich Spaß gemacht.

Besonders interessant fand ich, dass beide Gruppen unabhängig von einander das selbe MVP am Ende hatten: Aufstehen – Anziehen – Zähneputzen – Schlüssel & Geld mitnehmen – Haus verlassen. 

Lean Coffee

Bei der Themenfindung gab es diesmal keine große Auswahl, so dass das Ergebnis nach dem Dot-Voting sehr eindeutig war.

Scrum On Board: Steffen und Claudia planen zukünftig Scrum Schulungen mit Segeln zu kombinieren, um gleichzeitig das Teambuilding in hohem Maß zu fördern. Zielgruppe sind Teams, die sich neu mit Scrum beschäftigen wollen oder ihre bestehenden Scrum Kenntnisse in einem neuen Rahmen mit Schwerpunkt auf das Teambuilding vertiefen oder auch reflektieren wollen. Um fachliches Feedback zum Konzept zu erhalten, wurde das Angebot von den beiden gemacht, dass Stammtischteilnehmer zum Selbstkostenpreis im Frühjahr 2020 die 2 Tage auf dem Bodensee ausprobieren dürfen. Es ist auf Begeisterung gestoßen und es haben sich sofort über 6 Interessierte gemeldet. Wir freuen uns schon darauf.

Konfliktscheues Team: Wie geht der Scrum Master damit um?: Nach dem Schildern der Situation im Detail kamen durch die Diskussion folgende Ratschläge:

  • Wenn kein Auftrag vom Team in der Retrospektive gegeben wird, sollte das erstmal akzeptiert werden.
  • In der Rolle des Agile Coach sollte jedoch die Situation mit den Betroffenen entsprechend reflektiert werden.
  • Persönliches Vertrauen in sich selbst und seinen Werten als Scrum Master bzw. Agile Coach ist wichtig.

Auswirkung von Scrum/Kanban auf die Teamentwicklung bzw. Dynamik: Als Begleiterin von Transformationsprojekte konnte die Themengeberin folgendes beobachten: In der Altersgruppe der 30ig-jährigen gibt es durch den Wandel auffällig viele Stresskrankheiten. Daher wollte Sie wissen, was die Methoden auf der menschlichen Ebene bewirken und wer die Gewinner und wer die Verlierer sind. Nacheinander wurden die verschiedenen Erfahrungen und Meinungen ausgetauscht:

  • Team muss sich mit der Zeit finden und auch Verantwortung übernehmen können/wollen. Jeder ist im Team sichtbar (Transparenz).
  • Nicht jeder muss mitgezogen werden, sondern eher geschaut werden, welche Alternativen es gibt.
  • Meistens werden nur die Methoden eingeführt bis hin zu nicht vollständig implementiert. Vernachlässigt wird die Betrachtung der notwendigen Werte und damit zusammenhängende Mindset. Meistens existiert noch eine parallele traditionelle Welt. Insbesondere hier kommt der Konflikt zwischen Sicherheit vs. Freiheit zum Tragen.
  • Stress entsteht, wenn von außen oder oben in die Selbstorganisation eingegriffen wird und so die Ziele nicht mehr erreichbar sind.

Aus diesem Austausch wurde folgendes von der Themengeberin mitgenommen:

  • Führungskräfte müssen mehr unterstützt werden, mit Methoden und Werten
  • Introvertierte sind am ehesten mit der neuen Freiheit und Verantwortung überfordert.

Feedback

Diesmal sollte jeder zum Abschluss eine Zusammenfassung des Abend in 3 Wörtern formulieren.